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Hungrige Radler und ein gedeckter Tisch in weiter Ferne


Straßenaktion vor dem EINE WELT LADEN Filderstadt in Bernhausen - Ziel der diesjährigen OB-Radtour, die unter dem Motto "Nachhaltigkeit" stand

Die völlig durchnässten Radler waren sichtlich erleichtert, als sie sich schließlich an der bio-fairen Tafel des EINE WELT LADEN Filderstadt in Bernhausen niederlassen konnten. Dort endete die diesjährige OB-Radtour, die unter dem Motto "Nachhaltigkeit" stand - mit einer überraschenden Erfahrung für die Filderstädter Oberbürgermeisterin.
"Zwar war eine barmherzige Seele bereit, meine Birne gegen einen Hummer einzutauschen, aber das nutzte mir nichts - ich wusste gar nicht, wie ich ihn hätte essen sollen", so Gabriele Dönig-Poppensieker.

Das Weltladen-Team, das sich seit 1990 für den fairen Handel engagiert, hatte eigens für die Radtour eine Festtafel-Ausstellung von "Brot für die Welt" organisiert: Acht Stühle standen um die Tafel, jede Sitzgelegenheit repräsentierte ein Land, etwa Haiti, Indien oder Deutschland. Das Besondere: Die Stühle waren alle unterschiedlich hoch. Entsprechend der jeweiligen Lebenserwartung in dem Land waren die Stuhlbeine länger oder kürzer. Hans-Peter Becker, Vorstand des Ökumenischen Arbeitskreis EINE WELT Filderstadt e.V., hatte auf dem deutschen Stuhl Platz genommen und konnte sich nach Belieben an Kartoffeln, Melonen, Fisch - und auch Hummer bedienen. Die Oberbürgermeisterin hingegen saß ganz tief unten, auf dem Stuhl von Sierra Leone, wo Frauen im Durchschnitt nur 42 Jahre alt werden. Dennoch gelang es der erfahrenen Politikerin mit geschickter Handelstaktik ihre missliche Lage zu verbessern.

Bei der etwas anderen Festtafel des Filderstädter Weltladens saß OB Dönig-Poppensieker auf dem Stuhl von Sierra Leone und erlebte die ungerechte Verteilung von Lebensmitteln.

Filderstadt soll noch fairer werden

Soweit die spielerische Erfahrung. Die Realität sieht meist anders aus. Menschen in armen Ländern verfügen nur sehr selten über derartige Handelsprivilegien wie die Filderstädter OB. Über eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern. Daher ist es umso wichtiger, dass sich Politik und engagierte Bürger für eine gerechtere globale Wirtschaft einsetzen. Auch Filderstadt ist bereits auf dem Weg dorthin - die Stadt möchte nächstes Jahr die Kriterien erfüllen, um den Titel "Fair Trade Town" zu erlangen. Die Initiativgruppe "Faires Filderstadt" wird hierfür Kontakt mit Schulen, Kirchengemeinden, Vereinen, Restaurants und Geschäften aufnehmen und Überzeugungsarbeit für ein nachhaltiges und faires Miteinander leisten.

"Sie können schmecken, wie lecker die fairen Sachen sind", betonte Gabriele Dönig-Poppensieker bei ihrer kurzen Radtour-Ansprache. Davon sollen in den nächsten Monaten noch mehr Menschen als nur die 30 hungrigen Radler überzeugt werden. Die Initiativgruppe freut sich auf weitere Unterstützung von interessierten Bürgern aus allen Stadtteilen - mehr Informationen gibt es beim EINE WELT LADEN Filderstadt in Bernhausen.