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Fairtrade FilderStadt-Aktivitäten 2017/2018

Schokolade – das war etwas ganz Besonderes!

Der EINE WELT LADEN Filderstadt hatte eingeladen. Im Rahmen des Filderstädter Aktionsjahres „Schokolade – unter der Fairen Lupe“ gab es am 26.4.2018 einen Vortrag zum Thema „Viva el cacao! Schokolade – die bittersüßen Seiten des Lebens von Yasna Crüsemann. Frau Crüsemann ist Theologin und seit Februar 2011 beim Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung der Württembergischen Landeskirche als Prälaturpfarrerin angestellt.

„Schokolade – das war etwas ganz Besonderes!“ Ältere Menschen erinnern sich oft noch gut an die erste Schokolade ihres Lebens“. So startete Pfarrerin Crüsemann und machte die zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer nach und nach mit dem Rohstoff der Schokolade, dem Kakao, vertraut. Aus Mexiko hat die Kakobohne ihren Siegeszug angetreten und wird heute in ungefähr 50 tropischen Ländern angebaut. Mehr als 80 Prozent der Ernte kommt jedoch aus nur fünf Anbauländern: Elfenbeinküste, Brasilien, Ghana, Indonesien und Malaysia. Der größte Teil der Ernte wird als Rohkakao in die Industrieländer exportiert. Erstmals brachten im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer dieses Luxusgut nach Europa.

In einem wahren Parfoceritt informierte die Referentin über Kakaobäume, die 15 Meter hoch und bis 45 Jahre alt werden können, über Fruchtfleich und  Kerne in der Kakaoschote, über Ernte und Verarbeitung. Auf dem Tisch vor sich hatte sie Produkte des Kakaobaums in unterschiedlichen Wachstums- und Bearbeitungsphasen aufgebaut. – Es war also nicht nur Zuhören und Diskutieren angesagt, sondern auch Anfassen, Riechen und Probieren. - Mit den Informationen über die miserablen Arbeitsbedingungen beim Kakaoanbau und die weit verbreitete ausbeuterische Kinderarbeit, bekam das Verkosten aber zunehmend eine  bittersüße Note.

Dass Schokolade heute so billig und massenhaft zu haben ist, hat seinen Preis – für Mensch und Natur. Nicht nur, dass Geschmack und Qualität darunter leiden. Den Preis für das billige Massenprodukt zahlen vor allem die Produzenten in den Erzeugerländern. Und in der Folge die Kinder, die zu Tausenden auf den Kakaoplantagen Westafrikas schuften müssen.

Ulrike Pfab, Yasna Crüsemann, Ursula Wenzel
Last but not least, wurde eine Möglichkeit vorgestellt, Schokolade vom Feinsten mit einem  besserem Gewissen zu genießen: Der Faire Handel ist die Alternative. Die Weltläden, viele Biomärkte und einige Einzelhandeslketten bieten fair gehandelte Schokolade in den verschiedensten Sorten an.  Der Vizeweltmeister Deutschland im Verzehr von Schokolade könnte sich entscheiden, einen fairen Preis für Schokolade zu bezahlen, und damit die Lebensverhältnisse der Kakaobauernfamilien vor Ort ein wenig zu verbessern.

Die Probleme der schwankenden Weltmarktpreise und der ökologischen Folgen der permanenten Ausdehnung der Anbaufläche für Kakao konnten in diesem Vortrag nur am Rande gestreift werden. – Grund für einen weiteren Vortrag, um die Kenntnisse zu verbreitern und zu vertiefen.